Preis für Freudensprünge

Der mit € 3000 dotierte Gottesdienstpreis der Stiftung zur Förderung des Gottesdienstes geht in diesem Jahr nach Flensburg und KarlsruhePalmbach. Ausgelobt war ein Preis für den besten digitalen Ostergottesdienst: Wie können Gemeinden die Auferstehung Jesu Christi feiern, wenn in Zeiten der Pandemie Zusammenkünfte verboten sind? Zwei Einsendungen haben die Jury überzeugt:
    – die »Freudensprünge« aus Flensburg: youtu.be/WRt8SM5XW0w
    – und die »Bewegten (W)orte« aus Karlsruhe-Palmbach:     

   https://www.youtube.com/watch?v=cgZdGtx6ocs

Die Pandemie veränderte im Frühjahr 2020 auch das kirchliche Leben radikal: Ostern musste der Gottesdienst in der Kirche ausfallen. – Lässt sich die Osterbotschaft auch digital vermitteln? In den Kirchengemeinden setzte diese Herausforderung eine ungeheure Kreativität frei. Über 60 digitale Ostergottesdienste wurden für den Wettbewerb eingereicht. Die Jury war beeindruckt von der Vielfalt neuer liturgischer Formate, von Kurzgottesdiensten und Kurzpredigten, von der besonderen Inszenierung des Kirchenraums, der manchmal großen Beteiligung der Gemeinden. Es wurden neue Gottesdienstorte entdeckt, unter den Bedingungen der Pandemie musiziert, Gemeindemitglieder zum Singen von Chorälen digital zusammengebracht; in anderen Gottesdiensten luden eingeblendete Liedtexte zum Mitsingen ein. Für online- Formate hatte es wenige Wochen nach Beginn des Lockdowns kaum Vorbilder gegeben. Umso mehr erstaunt war die Jury, wie kreativ die Gemeinden arbeiteten und manchmal aus dem Nichts neue Gottesdienstformate ersannen.
    Unter den eingesandten digitalen Ostergottesdiensten ragten die »Freudensprünge« aus Flensburg und die »bewegten (W)orte« aus Karlsruhe heraus. Die Flensburger St. Petri-Kirchengemeinde ließ den bmx-Biker Vincent Unrath auf seine Weise die Osterfreude zum Ausdruck bringen: mit spektakulären Sprüngen in einer Pipe zwischen Orgelempore und Altar. Der Stadtkirchenbezirk Karlsruhe sandte eine 4:30 Minuten lange Andacht aus der Kirchengemeinde Palmbach ein – eine konzentrierte Liturgie mit Gebet in der örtlichen Waldenserkirche, Gedanken zu Tod und Auferstehung von Pfarrerin Dr. Anne Helene Kratzert, aufgenommen auf dem Palmbacher Friedhof, und einem Segen, den die Pfarrerin unterwegs auf einer Landstraße spricht.
    Jurymitglieder lobten, wie das Prinzip »Form follows function« in beiden digitalen Gottesdiensten meisterhaft umgesetzt ist und wie sie mit dem digitalen Medium arbeiten. Beide Videos sind kurzweilig und unterhaltsam. Sie berühren auf sehr unterschiedliche Weise mit ihren Botschaften. Gleichzeitig sind beide Gottesdienste technisch sehr gut gemacht. 
    Die Stiftung zur Förderung des Gottesdienstes verleiht den inzwischen mit € 3.000 dotierten Gottesdienstpreis seit dem Jahr 2009. Bisher wurden mehr als 15 Einrichtungen und Initiativen für ihre innovative und qualitative Gottesdienstarbeit ausgezeichnet.        

Kassel, im Mai 2021