Auferstehungskirche

Vor einer Ostempore steht der zwischen 1635 und 1642 von Claus Gabriel geschnitzte frühbarocke Altaraufsatz mit vorzüglichen Figuren Christi und der Evangelisten. Entsprechend dem Gottesdienstverständnis des 18. Jh. baute man ihn 1717 durch Einfügen eines Kanzelkorbes in das Mittelfeld zum Kanzelaltar um. Claus Gabriel schuf auch die zierliche, von einem Engel getragene Holztaufe, ihr hoher Deckel umschließt die Gruppe der Taufe Christi.

Um 1960 war die Kirchengemeinde auf über 7000 Mitglieder angewachsen; hinzu kamen die Marinesoldaten des Flottenstützpunktes. Die Schloßkapelle reichte nicht mehr aus. Nach dem Ergebnis eines 1961 durchgeführten Architektenwettbewerbs baute Architekt Hermann Rein 1963-65 die Auferstehungskirche am Rande des Friedhofes in der Stadtmitte.

Der nach Osten gerichtete Backsteinbau gliedert sich in drei Abschnitte, jeweils auf Trapezgrundriss. Der mittlere große Teil nimmt die Gemeinde in zwei Gestühlsblöcken auf, der kürzere westliche im Erdgeschoss eine geräumige Eingangshalle, die mit der Kirche verbunden werden kann, sowie Nebenräume, darüber die Empore mit der 1971 von Hinrich Paschen gebauten 30-Registerorgel. Nach Osten ist die Kirche auf den eingezogenen, effektvoll durch eine seitliche Fensterwand belichteten Altarraum ausgerichtet. Ein niedriges Seitenschiff begleitet im Süden den Gemeindeteil. Das mit Kunstschiefer gedeckte Dach und die holzverschalte Decke ruhen auf Stahlbetonbindern, die den weiten Raum gliedern. Die großen Fenster der Nordseite und die runden Öffnungen über dem niedrigen Seitenschiff im Süden enthalten abstrakte farbige Verglasungen von Hans Lilienthal, Bremen. Architekt Rein entwarf auch die schlichten Prinzipalstücke Altar, Taufe und Kanzel. Die Standleuchter um den Altar unter dem großen Holzkreuz an der Ostwand schuf Kunstschmied Seiler, Winnemark. Eine Pergola verbindet die Kirche mit dem getrennt im Nordosten stehenden schlanken Turm für die vier Glocken.