Wenn ein Mensch stirbt

Beerdigungen haben sich sehr verändert! Wurde früher meist mit Sarg und in Begleitung einer Pastorin, eines Pastors beerdigt, so gibt es heute eine Fülle an Möglichkeiten der Bestattung: Im Friedwald, auf dem Friedhof, unter einem Baum, auf See, auf den unterschiedlichsten Friedhöfen. Mit einer Trauerfeier in der Kirche. Im kleinsten Kreis direkt am Grab. Mit und ohne PastorIn. In einem pflegeleichten Grab. Mit Musik von CD, live und/oder mit Orgelbegleitung. In alten, unter Denkmalschutz stehenden Grabstätten. Undundund… Und all diese Möglichkeiten lassen sich beliebig miteinander kombinieren!

Bei allen diesen Veränderungen ist eines gleich geblieben: Die Begleitung Sterbender und Trauernder ist ein Herzstück von Pastorinnen und Pastoren, der Kirchengemeinden. Pastorinnen und Pastoren haben viel Erfahrung „in den letzten Dingen“ und sie helfen mit ihrem know how wirklich gern! Vielen Menschen tut es darum gut, wenn ihre Pastorin / ihr Pastor sie bereits während einer Krankheit oder in dem Sterbeprozess begleitet. Dabei muss man überhaupt kein regelmäßiger Kirchengänger oder besonders fromm sein, um sie zu rufen: SeelsorgerInnen hören zu, nehmen sich Zeit, suchen gemeinsam nach Worten, wo Sterben und Tod die Sprache verschlagen, halten Tränen, Stille und Traurigkeit aus und eröffnen neue Perspektiven. Das erleben viele Menschen als befreiend und es ist oft sogar fröhlich, sich gemeinsam zu erinnern.

Ein möglicher Ablauf könnte so aussehen:

Kontaktaufnahme

Wenn ein Angehöriger verstorben ist, rufen Sie gerne zuerst im Gemeindebüro (04636 – 261, Maike Meinert) an: Hier wird man Sie unterstützen.

Aber bereits, wenn Sie „nur“ Fragen oder Interesse am Thema Sterben, Tod, Beerdigung haben, können Sie gerne Kontakt zu einem Pastor, einer Pastorin aufnehmen. Gerne helfen die Gemeindebüros oder Pastor Thorsten Leo Kelm (04636 – 976 520) weiter. Diese Möglichkeit besteht besonders dann, wenn der Tod spürbar nah ist. Denn es gibt reiche Begleitmöglichkeiten: Manche Sterbende wünschen sich z.B. ein letztes Abendmahl, ein Gebet oder einen Segen für die letzte Reise…

Wenn Sie zuerst mit Ihrem Bestattungsunternehmen Kontakt aufgenommen haben, so informieren Sie dieses, wenn Sie Interesse an kirchlicher Begleitung haben. Im Regelfall erfragt das Bestattungsunternehmen auch von sich aus. Das Bestattungsunternehmen unterstützt sie dann weiter, von der Abholung Ihres Angehörigen über die Auswahl des Sarges bis zu Behördenkontakten. Für eine Beisetzung stehen die Friedhöfe der Kirchengemeinden allen Menschen unabhängig ihrer Kirchenzugehörigkeit offen. Sie sind wichtige, parkähnliche Orte in unseren Dörfern. Auf ihnen gibt es viele verschiedene Bestattungsmöglichkeiten. Für das Kirchspiel Grundhof ist Christian Möller Ansprechpartner (0170 – 200 91 41).

Planung einer Trauerfeier

Die reichen Möglichkeiten, die für Trauerfeiern bestehen, wurden schon angedeutet. War der / die Verstorbene Mitglied der Kirche, so wird bei einem gemeinsamen Termin mit der Pastorin / dem Pastor gemeinsam aus den Möglichkeiten ausgewählt und verabredet. Von zentraler Bedeutung in diesem Gespräch ist die Erinnerung an den / die Verstorbene: Was war er / sie für die Angehörigen für ein Mensch? Und wie soll darum Abschied genommen werden? Hier können Tränen fließen, aber auch gemeinsam gelacht werden, was oft vorkommt. So werden Ängste abgebaut.

Mit Lesungen und Liedern, Musik, Gedanken und Gebeten erinnern und würdigen

 die PastorInnen während der Trauerfeier die / den Verstorbene/n und öffnen neue Perspektiven. Gebühren für Pastorin/Pastor und Nutzung der Kirche fallen nicht an. Den Mitgliedern der Kirche stehen die Kirchen für eine Trauerfeier offen. Ihren Gemeindemitgliedern stellen die Kirchengemeinde zudem kostenlos einen / eine Organistin.

„Nachsorge“

Auch nach dem Abschied bietet die Kirche weitere Begleitung an: In zwei Gottesdiensten gedenkt sie ihrer Verstorbenen. Ein reiches Gruppenangebot bietet Kontakte und – wenn gewünscht – auch Möglichkeiten, sich einzubringen. Gerne stehen auch die PastorInnen für weitere Gespräche zur Verfügung. Denn die Begleitung Sterbender und Trauernder ist ein Herzstück kirchlicher Arbeit. Dies besonders mit der Perspektive der Auferstehung.

 

Gott, lass uns begreifen, welche Zeit wir zum Leben haben – damit wir klug werden und es vernünftig gestalten. Psalm 90,12 nach der Basisbibel