V. l. n. r.: Manfred Jendreki, Ulrike Joos, Sini Thomsen, Helga Axelsen und vorn Annemarie Manusch (Foto Anja Ahrens)

Bürgerinitiative setzt sich ein für den Erhalt der Jarplunder Kirche

20.03.2026

Die Pastorin der Kirchengemeinde Oeversee-Jarplund, Ulrike Joos, hatte heute (Donnerstag, 19.3.2026) Besuch von den vier Jarplunder Bürger:innen Manfred Jendreki, Sini Thomsen, Helga Axelsen und Annemarie Manusch. Als Kopf einer Bürgerinitiative übergaben sie der Pastorin insgesamt 663 Unterschriften. Ihr Ziel: Eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern der Bürgerinitiative, der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde soll ein Konzept erarbeiten, wie die Kirche als Ort für Jarplund erhalten werden kann.

Unterschrieben hatten Menschen zwischen Jarplund und Niebüll, die meisten stammen aus Jarplund selbst. Wer von ihnen Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde ist, ist während der Übergabe unklar geblieben. Es seien in jedem Fall auch Mitglieder der katholischen Kirche, Muslime oder konfessionslose Bürger:innen dabei, bestätigte Manfred Jendreki. Derzeit leben in Jarplund 640 Bürger:innen, die evangelisches Kirchenmitglied sind.

Pastorin Ulrike Joos sagte: Es freut mich, dass sich viele Menschen für das Kirchengebäude in Jarplund einsetzen. Denn das zeigt, dass in den letzten Jahren viel Gutes darin stattgefunden hat. Gleichzeitig betonte sie, dass die Kirchengemeinde selbst das Gebäude finanziell nicht halten könne. Sie sagte: „Ich hoffe sehr, dass die politische Gemeinde es übernimmt, um es für die Jarplunder Bürger zu erhalten.“

Auf der Gemeindeversammlung am 8.2.2026 hatte der Kirchengemeinderat von Oeversee-Jarplund darüber informiert, dass die Jarplunder Kirche entwidmet und verkauft wird. Das Leitungsgremium hatte diese Entscheidung getroffen, weil sich die Kirchengemeinde langfristig keine zwei Gemeindehäuser und zwei Kirchen leisten kann. Wegen sinkender Einnahmen kann sie weder die anstehende Sanierung des Jarplunder Gebäudes aus den 60er Jahren noch auf Dauer den Unterhalt bezahlen. Alle kirchlichen Gruppen können ab 2027 im Gemeindehaus von Oeversee zusammenkommen. Die Oeverseer Kirche ist der künftige Ort für Gottesdienste, Taufen , Trauungen und Beerdigungen. Ulrike Joos sagte: „Die Oeverseer St. Georg Kirche war immer schon auch die Kirche der Jarplunder Gemeindemitglieder, insbesondere für Taufen, Trauungen und Bestattungen.“

„Wir haben die Hiobsbotschaft vom Verkauf der Jarplunder Kirche in der Versammlung im Februar gehört und waren geschockt“, fasst Manfred Jendreki zusammen. Helga Axelsen kritisierte bei der Unterschriftenübergabe nicht nur die Entscheidung selbst, sondern auch eine aus ihrer Sicht mangelnde Kommunikation vorab. „Die Bürger hätten bereits vor der Entscheidung einbezogen werden müssen“, forderte sie. Zwar sei auf der Gemeindeversammlung vor zwei Jahren bereits informiert worden, dass die Gemeinde nicht alle Gebäude halten könne, aber sie habe niemals damit gerechnet, dass es die Jarplunder Kirche treffen könne.

In der kommenden Woche übergibt die Bürgerinitiative auch der politischen Gemeinde eine Unterschriftenliste mit der Bitte und dem Ziel, in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe ein Konzept für den Erhalt zu entwickeln. Hier haben sogar vier Personen mehr unterschrieben als in der Liste, die Pastorin Joos erhalten hat. Bürgermeister Thomas Rasmussen wird also genau 666 Unterschriften entgegennehmen.