Haushaltssynode: Weniger Geld, höhere Kosten
02.03.2026
Auf der Frühjahrstagung am 28.2.2026 im Gemeindezentrum Engelsby haben sich die Kirchenparlamentarier mit ihrer Finanzlage und der Verteilung des Geldes beschäftigt. Geführt wurde die Tagung von den beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Wiebke Köster und Pastorin Sarah Hertel. Der Synodenpräses konnte aufgrund seiner schweren Erkrankung nicht teilnehmen.
Eine Million weniger
Bezüglich ihrer Finanzen kann die Ev. Kirche in Schleswig-Flensburg 2026 mit Einnahmen von 24,2 Millionen Euro rechnen. Das ist eine Million weniger als im Vorjahr – und das bei steigenden Kosten. Mittelfristig werden laut Prognosen die Kirchensteuermittel weiter sinken.
Erstmals muss der Kirchenkreis 2026 in seine Rücklagen greifen und 700.000 Euro entnehmen. In den Jahren 2022 bis 2024 war es noch gelungen, mehr Geld zurückzulegen als aus den Spartöpfen zu entnehmen, wie Gabriele Hinken aus der Kirchenkreisverwaltung erläuterte.
Pfarrdienst, Verwaltung und Mitarbeitervertretung als Gemeinschaftsaufgaben
So steigen bei den Gemeinschaftsaufgaben beispielsweise aus tariflichen Gründen die Kosten für die Verwaltung und auch für die Mitarbeitervertretung. Der haushälterische Ansatz für den Pfarrdienst ist niedriger angesetzt als im Vorjahr. „Der Grund dafür ist allerdings ein rein buchhalterischer“, erklärte der stellvertretende Verwaltungsleiter, Johannes Müller. Er sagt: „In den letzten Jahren hatten wir die 88 Pfarrstellen eingerechnet, die uns seitens der Landeskirche zustehen. Für 2026 haben wir nur die eingerechnet, die faktisch besetzt sind. Das sind 82 Stellen.“
Für Gemeinschaftsaufgaben sind ca. 12,7 Millionen Euro inklusive aller Gemeindepastor:innen eingeplant, so dass ca. 11,2 Millionen für die weitere Verteilung bleiben. Davon erhalten alle Kirchengemeinden zusammen 7,6 Millionen, der Kirchenkreis 3,7 Millionen.
Kitawerk kostet weniger
Good news gab es aus dem Kitawerk, zu dem derzeit 47 Kitas im Kreisgebiet zwischen Kropp, Medelby und Kappeln gehören. Mit fast 4.000 Kitaplätzen ist das Werk das größte in Schleswig-Holstein. Die Leiterin des Kita-Werks, Katja Bär, erläuterte, dass die Verwaltungsausgaben zunehmend auf die Kommunen umgelegt werden. So gelingt es, die eigenen Kosten von 415.000 Euro auf 180.000 Euro zu reduzieren.
Diakonisches Werk und Regionalzentrum rechnen vorsichtig
Für das Diakonische Werk und das Regionalzentrum erläuterte Diakoniepastorin Birgit Lunde die Finanzplanung: Das Diakonische Werk rechnet mit 1,42 Millionen Kirchensteuereinnahmen. Zu den Arbeitsbereichen, die das Diakonische Werk zu 100% finanziert, gehören beispielsweise die Sozialberatung in Flensburg und die Lebensberatung. Der überwiegende Teil der Angebote ist entweder in Teilbereichen oder zu 100% refinanziert. Aber: Da für zahlreiche Arbeitsbereiche die Finanzierungszusagen von Land, Kreis und Stadt noch nicht vorliegen, plant das Diakonische Werk zur Sicherheit, bis zu 450.000 Euro aus eigenen Rücklagen zu entnehmen. Diakoniepastorin Birgit Lunde sagt: „Faktisch konnten wir in den letzten Jahren immer etwas in die Rücklage reinpacken. Aber wir planen vorsichtig.“
Ähnliche Zahlen werden für das Regionalzentrum veranschlagt, zu dem ebenfalls drittmittelfinanzierte Bereiche gehören. Bei 1,7 Millionen Kirchensteuerzuweisungen müssen laut Plan ca. 500.000 Euro aus einer Rücklage entnommen werden. Das Tagungszentrum Kirchberg Neukirchen werde künftig unabhängig vom Diakonischen Werk und dem Regionalzentrum in einem eigenen Haushalt geführt. „Hier brauchen wir eine Finanzkontrolle, eine tragfähige Finanzierung, die nicht zu Lasten der Werke geht, und ein tragfähiges Konzept,“ sagte Lunde.
Propst Jacobs: Gespart werden muss überall
Es gehe künftig darum, überall zu kooperien, gemeindlich wie übergemeindlich, so Propst Helgo Jacobs. Er sagte: „Wir sind viel weiter als andere Kirchenkreise, was Fusionen und die Zusammenarbeit in Pfarrsprengeln angeht. Aber an einigen Stellen verläuft die Kooperation noch sehr schleppend. Manche haben den Schuss in Richtung Zukunft noch nicht gehört. Der Kirchenkreis muss sich bewegen und die Gemeinden müssen sich auch bewegen, und zwar alle.“
Pastorenstelle Personalentwicklung neu besetzt
Vor den Haushaltsberatungen hatte sich Pastor Ralf Pehmöller vorgestellt, der seit 1.1.2026 die Pfarrstelle für Personal- und Gemeindeentwicklung innehat. Gemeinsam mit Michael Hacker als externem Berater wird er den Veränderungsprozess mitgestalten und begleiten. In seiner Andacht sagte er: „Veränderungen kommen auf uns zu. Wir verlieren Mitglieder, gesellschaftliche Relevanz, finanzielle Ressourcen und Pastor:innen durch Ruhestand. Wir sind aufgefordert, damit umzugehen. Es ist nicht die Frage, ob wir neu starten, sondern wie der Neustart gelingen kann.“
Weitere Berichtspunkte und Stellungnahme zum Flensburger Wintermarkt
Als Berichtspunkte hörten die Kirchenparlamentarier:innen, welchen Aufgaben sich im Diakonischen Werk der Arbeitsbereich „Vermittlung in gemeinnützige Arbeit statt Ersatzfreiheitstrafe“ widmet und wie im Regionalzentrum der Arbeitsbereich Spiritualität gestaltet ist. Außerdem berichtete Pröpstin Rebecca Lenz über die Hintergründe, das evangelische Diako-Krankenhaus an die katholischen Malteser zu übergeben. Ab 1.3.2026 wird es als „Malteser Fördeklinikum St. Katharina” in katholischer Trägerschaft geführt.
Thema war zum Abschluss der Synodentagung ein kurzfristig eingebrachter Beschlussvorschlag, sich als Synode gegen die Ausweitung des Flensburger Weihnachs- bzw. Wintermarktes in die stille Zeit hinein auszusprechen.