20180914 140127
vlnr.: Silke Sörensen, Annedore Rönnau, Thomas Nolte und Ernst-Otto Löwenstrom (Foto: Ute Kapitzke)

Jubiläum in der Heilpädagogik in Süderbrarup

21.09.2018

Am 14. September 2018 wurde im Diakonischen Werk Süderbrarup gefeiert. Die heilpädagogische Tagesstätte unter der Leitung von Annedore Rönnau besteht seit 50 und die Mobile Heilpädagogik unter der Leitung von Silke Sörensen seit 20 Jahren. Der Einladung sind viele große und kleine Gäste gefolgt, um das Jubiläumsfest mit einem musikalischen Zeltgottesdienst zu feiern. Anschließend gab es ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen sowie Spielangeboten, Trommeln und Schminken für die Kinder.

Wir sind Wegbereiter und Wegbegleiter“, sagen Annedore Rönnau und Silke Sörensen, wenn sie ihre Arbeit beschreiben und blicken zurück auf den Beginn der heilpädagogischen Einrichtung. Was im Jahre 1968 als Sonderhort für Kinder und Jugendliche begann, ist heute ein Angebot für Kinder mit Behinderungen, Entwicklungsverzögerungen und seelischen Beeinträchtigungen. Sie werden in der heilpädagogischen Kita oder von der ambulanten Frühförderung gezielt gefördert, die Eltern werden beraten und begleitet. Annedore Rönnau sagt: „Es geht darum, jede*n anzunehmen, so wie er oder sie ist und die Eigenständigkeit bestmöglich und individuell zu fördern – mit Herz, Hand und Fachlichkeit.“

Vieles hat sich seit der Gründung bis heute verändert: „1968 war es nicht vorgesehen, dass Kinder mit Behinderungen überhaupt Kitas und Schulen besuchen, heute ist das selbstverständlich und wir sprechen von Inklusion und dem Abbau von Barrieren - womit deutlich mehr gemeint ist als breite Türen und Rollstuhlrampen“, erklärt der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Ernst-Otto Löwenstrom.

Die Angebote des Diakonischen Werkes haben sich entsprechend mitentwickelt: War am Anfang Platz für 24 Kinder und Jugendliche aus Angeliter Ortschaften zwischen Ellenberg, Sörup und Neuberend, ist die Heilpädagogische Tagesstätte 1972 auf 40 Plätze gewachsen. Seitdem die Schulpflicht auch für beeinträchtigte Kinder eingeführt wurde, widmen die Heilpädagog*innen und Erzieher*innen sich ausschließlich den drei- bis sechsjährigen Kindern. Annedore Rönnau sagt: „In heilpädagogischen Kleingruppen profitieren die Kinder von einem strukturierten, reizarmen Umfeld, festen Bezugspersonen und einer auf sie abgestimmten Förderung, denn Inklusion bedeutet in unserer Arbeit, das Umfeld und das Angebot nach den Möglichkeiten des Kindes zu gestalten.“ Seit fünf Jahren befindet sich unter einem Dach mit der heilpädagogischen Kita die Süderbraruper Regel-Kita der ADS. Laut Rönnau ein weiterer Schritt in Richtung Inklusion, denn alle Kinder würden hier von Anfang an lernen, dass es normal ist, verschieden zu sein.

Ob in Süderbrarup oder mobil im Kreis, es gehe immer darum, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Kinder zu schaffen. Hier loben Rönnau und Sörensen einhellig die gute Zusammenarbeit mit den Kostenträgern und Kooperationspartnern.

Auch die Frühförderung hat sich verändert. Während sie ursprünglich ausschließlich zuhause angeboten wurde, stieg in den letzten Jahrzehnten der Bedarf nach Integration und Förderung in Regelkindergärten erheblich. So wurde die Frühförderung vor 20 Jahren um die Beratungsstelle für Integration erweitert und schließlich zur „Mobilen Heilpädagogik“. 

„Die Mitarbeiterinnen in der Mobilen Heilpädagogik müssen neben hoher Fachlichkeit und Einfühlungsvermögen auch Mobilität und Flexibilität mitbringen“ sagt Silke Sörensen. Pro Jahr werden ca. 100 Kinder in ihren Familien und in 37 Kitas im Kreisgebiet gefördert und die Erzieher*innen vor Ort in der integrativen Arbeit beraten und unterstützt. Überall sind die Mitarbeiter*innen jedoch nur zu Gast, „Heimathafen“ und Ort für den fachlichen Austausch ist das Diakonische Werk in Süderbrarup.

„Die Arbeit ist zutiefst diakonisch“, sagt Diakoniepastor Thomas Nolte, und: „Bei allem, was sich in den in den letzten 50 Jahren in diesem Arbeitsbereich verändert hat und wir dazu lernen durften, ist eines gleich geblieben, nämlich die Grundüberzeugung, die uns motiviert und von der wir uns leiten lassen: Jeder Mensch ist ein geliebtes Geschöpf Gottes, und zwar so wie er ist.“