Kleine Auszeit: "Gemeinsam den Riesen bewegen: Der Rettungsplan für den Buckelwal Kirche"
27.03.2026
Kleine Auszeit von Pastor Robert Wolff, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schleswig
Im NDR-Fernsehen schaue ich fassungslos auf den gestrandeten Buckelwal am Timmendorfer Strand. Er ist verfangen in Netzen und liegt gestrandet auf einer Sandbank. Und während dieser Beitrag läuft, merke ich wie sich Parallelen zu unserer Kirche aufzeigen. Nicht nur der echte Buckelwal ist gestrandet, auch der Buckelwal Kirche ist in Netzen verfangen. Droht sogar ihr Ende?
Doch Experten des gesellschaftlichen Wandels sind vor Ort. Alte Strukturen, die der Kirche früher in Stürmen festen Halt gegeben haben, hängen heute teils wie schwerer Ballast an ihr und bremsen den Erneuerungsprozess. Aber die Rettungskette steht: Die Polizei sichert den Raum für neue Ideen und schützt das Wesentliche vor dem Lärm der Bedenkenträger. Ehrenamtliche Helfer bauen mit technischem Sachverstand Brücken zwischen Traditionen und Moderne, während die Feuerwehr mit Hochdruck daran arbeitet, verkrustete Schichten wegzuspülen, damit die Kirche wieder atmen kann. Die Landessynode hat es sogar geschafft, den Kopf der Kirche wieder Richtung Fahrwasser zu drehen. Und währenddessen fahren überall Pastoren in Booten extra nah am Buckelwal vorbei, um überall Wellen der Begeisterung zu schlagen. Und ich merke in meinem Kopf: der Buckelwal Kirche ist zwar geschwächt, aber er atmet noch!
Und doch bleibt die Kirche ein Gesellschaftsprojekt. Sie ist kein Selbstzweck, sondern ein Ort der Begegnung für uns alle. Es braucht die Besonnenheit der einen und die zupackenden Kräfte der anderen. Und wer glaubt, dass dieser Riese nicht mehr zu retten ist, dem hält Jesus entgegen: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“ (Markus 9,23). Mit diesem Vertrauen und mit vielen kreativen Ideen bekommen wir die Kirche wieder zurück ins Wasser. Und viele Helfer sind schon da, also legen wir los und packen es gemeinsam an!