Foto: May-Britt Johannsen

Kleine Auszeit: "Gottesstaat wird hingerichtet"

23.01.2026

Kleine Auszeit von Pastorin May-Britt Johannsen, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Adelby-Engelsby

Das iranische Volk begehrt auf. Zum vierten Mal in 15 Jahren. Doch so schwach wie jetzt, war der selbsternannte Gottesstaat noch nie zuvor. Im Namen Gottes Menschen hinzurichten, steht in der Islamischen Republik auf der juristischen Tagesordnung. Was ist das für ein Gott, der so etwas will? Ich kenne ihn nicht. Würde ich einem solchen Gott nachfolgen? Nein. Wer Religion systematisch politisiert, und damit Gewalt und Terror legitimiert, ist von ganz anderen Motiven angetrieben. Ziemlich weltliche, vielleicht menschliche, in jedem Falle aber niedere Beweggründe sind es und sie heißen Macht, Habgier und Eigennutz. Die Iraner streben nach Gerechtigkeit und Freiheit. Der Preis, den sie zahlen ist hoch. Genau genommen ist er unbezahlbar, denn sie zahlen mit ihrem Leben. Ihnen droht Tod, Gefängnis, Folter, Hinrichtung. Auch wenn das Regime sich anders artikuliert; die wahren Gräueltaten dringen gar nicht bis nach außen. Die wahren Gräueltaten passieren im Verborgenen und werden dann durchgeführt, wenn der äußere Druck nachlässt. Tausende, meist junge Menschen, haben den Kampf für die Freiheit, allein in den letzten Wochen, mit ihrem Leben bezahlt. Dieses Regime ist ein Terrorregime. Es verbreitet Leid, Unrecht und rohe Gewalt, wohin das Auge sieht. Kein Mensch und kein politisches System der Welt, kann und darf im Namen Gottes richten. Gott allein richtet am Ende aller Zeit.