Kleine Auszeit: "Ich bin ein Maria-Fangirl"
06.03.2026
Kleine Auszeit von Pastorin Sabrina Biehl, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Munkbrarup/Pfarrsprengel Förderegion
Ich bin ein Maria-Fangirl. Nein, Sie haben keinen neuen Star am Pop-Himmel verpasst. Ich meine die Figur aus der Bibel. Die, die auf den Bildern immer rot und blau anhat und so lieblich aussieht. Irrtümlich, wenn Sie mich fragen. Die Bibel erzählt: Einmal kommt ein Engel zu ihr. Huldvolle Worte findet er. „Du hast Gnade vor Gott gefunden. Du wirst schwanger werden und den Sohn Gottes zur Welt bringen.“ „Ach ja?“ antwortet Maria „Wie soll das denn gehen, da ich von keinem Mann weiß?“ Ganz schön viel Chuzpe für ein junges Mädchen. Andere Leute in der Bibel verhüllen ihre Gesichter oder erschrecken sich, wenn da auf einmal ein Engel auftaucht. Maria nicht. Die steht fest und aufrecht da, als die Geschichte ihren Anfang nimmt. Und ganz am Ende, als ihr Sohn am Kreuz hingerichtet wird wie der übelste Verbrecher, ist sie eine der wenigen, die sich nicht abwendet, sondern bis zum Schluss ganz in der Nähe bleibt. Nicht wegsieht. Sich aussetzt, mit allem Schmerz. Für mich ist sie eine der mutigsten Frauen unserer biblischen Tradition. Und ich denke an all die Frauen in der Welt, die untereinander solidarisch sind auch in den niederdrückendsten Terrorregimes. Ich denke an die Mütter, die um ihre Kinder bangen in all den Kriegen, die überall wüten. Ich denke an die Frauen, die mich geprägt haben: Meine Mutter, Schwestern, Mentorinnen. Ich denke an meine Freundinnen und die vielen Frauen in meinem Umfeld, die so stark und mutig sind, auch wenn viele von ihnen es von sich selbst so niemals sagen würden. Heute denke ich an den Mut und die Widerständigkeit und Liebe und den Zusammenhalt der Frauen, die für mich etwas Göttliches hat. Denn Sonntag ist Weltfrauentag. Ich bin ein Maria-Fangirl, und Fan von all euch tollen Frauen da draußen. Schön, dass es euch gibt, Ladies!