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Kleine Auszeit "Krankheitswelle"

25.09.2026

Kleine Auszeit von Pastorin May-Britt Johannsen, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Adelby-Engelsby

Ein neuer Krankheitserreger geht rum in diesem Land. Wir hatten ihn schon mal. Er breitete sich rasant aus zwischen 1933 bis 1945 und endete sehr oft tödlich. Die Symptome sind: Aggression, ein spaltendes und menschenfeindliches Denken, Schuldzuweisung an Andere und Wählen einer rechtsradikalen Partei. Hier nun folgt die kleine Hausapotheke gegen den um sich grassierenden Hass in einer krankenden Gesellschaft: Bei brüllenden Menschen in der Öffentlichkeit, Meinungsverschiedenheiten und insbesondere im Kontakt mit Anhängenden der AFD ist es ratsam, zunächst einmal Abstand zu nehmen. Bewahren Sie Ruhe und atmen Sie tief für vier Sekunden ein. Halten Sie den Atem für sieben Sekunden an und atmen Sie langsam in acht Sekunden wieder aus. Unterschätzen Sie niemals Ihre Selbstheilungskraft! Setzen Sie dann Ihren Verstand ein und antworten Sie sachlich. Steigende Umfragewerte und positive Wahlergebnisse der Rechten können Schockzustände, Spannungsgefühle in der Brust, Herzrasen und Brechreiz auslösen. Sie müssen diese bittere Pille nicht schlucken! Ein offenes, klares Wort dagegen und für demokratische Werte tun es auch. Schon ist der Druck weg und die Welt ein kleines bisschen besser. Und gegen lästige Kontrollsucht, hat sich Vertrauen als bestes Gegenmittel noch bewährt! Und wenn es Sie doch einmal erwischen sollte und der Hass auch Sie angesteckt hat: Gehen Sie zu einem Menschen, den Sie mögen und fragen Sie ihn freundlich nach einer Umarmung. Zuneigung, Anerkennung und Wertschätzung ersticken den Bazillus in Form von Fremden- und Menschenfeindlichkeit bereits im Keime. Und wenn Sie einfach niemanden finden, der Ihnen Liebe geben kann: Gott liebt auch dich! Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!