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Kleine Auszeit: "Zwei Frauen"

08.05.2026

Kleine Auszeit von Dirk Maleska, Schulpastor am Berufsbildungszentrum Schleswig

Muttertag ? Den kennt jeder, obwohl er kein gesetzlicher Feiertag ist. Vor dem 2. Sonntag im Mai haben Blumenhändler alle Hände voll zu tun, denn die Nachfrage ist groß!

Dabei hatte Anna Marie Jarvis, 1905 in den U.S.A. eigentlich etwas anderes im Sinn. Im Gedenken an ihre geliebte Mutter kämpfte sie öffentlich für die Wahrnehmung von Frauenarbeit: In Erziehung und Pflege, in Familie und Beruf leisteten Frauen schon damals viel, sehr viel. Frauen hatten jedoch noch kein Wahlrecht und somit auch wenig politischen Einfluss.

Ein Blumenstrauß? Für Frau Jarvis sicher nicht genug ! Sie fand ihre eigene Rolle als engagierte Lehrerin, Aktivistin und Unterstützerin ihrer Familie. Sie heiratete nicht und wurde auch nicht Mutter.

In christlich geprägten Kulturen war und ist noch immer Maria, die Mutter Jesu, ein Vorbild für das Mutter-Sein und auch für das Mutter-Werden. Denn Maria bewegt die Botschaft eines Engels tief in ihrem Herzen, sagt aktiv „ja" zu ihrer ersten Schwangerschaft. Laut Bibel führt dieses eine „Ja" einer jungen Frau aus Nazareth zur Weihnachtsgeschichte, zum Wirken ihres Sohnes Jesus in der Welt, zum Kreuz, bis zu Ostern und Pfingsten. Maria ist von Anfang an dabei. Sie strahlt Liebe aus, Standfestigkeit und Mitleid. Im Koran der Muslime wird sie Maryarn genannt - eine hoch geachtete Frau, die glaubt und Gottes Barmherzigkeit spürbar macht.

Nun, also - es gibt sehr viele Gründe, Frauen und Müttern für das, was sie glauben und fühlen, was sie denken und engagiert tun, sehr dankbar zu sein! Nicht nur am Muttertag, der in den U.S.A. 1914, in Deutschland 1923 eingeführt wurde.

Schon weit über 600 Jahre länger lächelt eine Marienfigur, die im Schleswiger Dorn steht. Von Zeit zu Zeit bin ich auch dort, sage einfach mal von Herzen „danke!" für ihr wunderbares Lächeln. Und gehe beschenkt.