Ukrainer, Kurden und Juden gemeinsam: Mahnwache mit Friedensgebet im Schleswiger Dom

26.02.2026

Zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine haben Klaus Katzer (SPD und Bündnis für Demokratie in Schleswig-Flensburg) sowie der Ev.-Luth. Kirchenkreis mit Propst Helgo Jacobs zu einer Mahnwache mit anschließendem Friedensgebet im Schleswiger Dom eingeladen. Beteiligt waren die ukrainische Gemeinde mit dem Verein Sonnenblume, die deutsch-kurdische Gemeinde sowie jüdische Gemeinde aus Kiel.

Fahnen, friedliche Stimmung und Musik zum Start

Gemeinsam starteten ca. 200 Personen am Dienstag, 24.2.2026 in friedlicher Stimmung, geschmückt mit Fahnen und zum Teil in traditioneller Kleidung vom Schleswiger Capitolplatz zum Dom. „Kurdistan und die Ukraine vereint gegen den Krieg, gegen Besatzung und gegen Gewalt“, war beispielsweise auf Transparenten zu lesen.

Mahnwache für Frieden vor dem Dom

Den Auftakt zur Mahnwache vor dem Dom machte Klaus Katzer. Er sagte: „Die Ukrainer, die Kurden und die jüdische Gemeinde in Deutschland verbindet ein Kern: Alle wollen in Menschenwürde, in Sicherheit, in Frieden und in Freiheit leben.“ Er rief auf zum Dialog und gemeinsam für den Frieden einzustehen.

Im Anschluss dankte Sinyavskiy Vyachelav von der ukrainischen Gemeinde den Schleswigern, dass sie den Ukrainern nach ihrer Flucht das Leben in Schleswig vor Ort leichter gemacht hätten und an ihrer Seite stünden, bevor er um eine Schweigeminute für die gefallenen Landsleute bat und sagte: „Lasst uns bitte nicht im Stich!“

Sergej Strakhov von der jüdischen Gemeinde benannte als Parallele zwischen Israel und der Ukraine, dass beide aggressive Nachbarn hätten und auf eigene Kräfte wie fremde Hilfe angewiesen seien.

Chira Doski vom deutsch-kurdischen Verein fragte, was eigentlich Frieden bedeute. Es seien nicht nur Staatsverträge, sondern es gehe um Frieden zwischen den Menschen. „Lasst uns auf die Gemeinsamkeiten schauen statt auf die Unterschiede“, forderte er. Als sein Bild für Frieden bat er junge und betagtere Menschen aller Nationen, sich zu einem Bild zusammenstellen. „Das ist meine Definition von Frieden“, sagte er.

Ähnlich formulierte der stellvertretende Bürgermeister von Schleswig, Hendrik Vogt. Er sagte: „Frieden ist eine Haltung und eine tägliche Aufgabe. Wir akzeptieren den Krieg nicht als Normalzustand. Schleswig steht für Frieden, Solidarität und Vielfalt.“

Friedensgebet, Musik und Lichterkette im Dom

Vor musikalischen Beiträgen des ukrainischen Vereins Sonnenblume und des deutsch-kurdischen Vereins im Dom und der Friedenslichterkette durch kurdische Jugendliche lud Propst Helgo Jacobs zum Friedensgebet ein. Im vollbesetzten Dom, in dem Flaggen und farbiger Haarschmuck die Reihen bunt machte, sagte Propst Jacobs: „Willkommen im Dom. Wir wollen an die Menschen in der Heimat denken und das benennen, was uns belastet und berührt. Und wir wollen hier gemeinsam das Leben feiern.“ Im Gebet gehe es darum, zusammenzustehen, zusammen zu sitzen, zu gedenken und gemeinsam zu feiern, dass Gott Frieden für die Menschen möchte.

Er gedachte sowohl der Menschen in der Ukraine, in Kurdistan als auch der Juden, die in Deutschland unter der feindlichen Stimmung leiden. Nach einer Schweigeminute für alle Verstorbenen sagte er: „Sie fehlen in unserer Mitte. Aber das Leben siegt. Wir beten für die Menschen aller Religionen in Deutschland und der Welt. Gott, sende dein Licht und deine Wahrheit. Schenke uns einen klaren Blick für das, was dem Frieden dient und den Mut, dafür einzustehen.“