Estlandbild von Susan Westphal und zeigt Propst Rene Reinsoo, Aive Bruhn und Hanno Jöhnk im gemeinsamen Gottesdienst in Kihelkonna.

Estlandreise einer Gruppe aus Angeln-Süd

19.10.2026

Vom 26. August bis zum 2. September besuchte ein kleine Gruppe der Kirchengemeinde Angeln-Süd die estnische Insel Saaremaa. Es war nicht nur eine touristische Reise. Sondern es war vor allem ein Besuch bei Freundinnen und Freunde. Denn bereits seit über 30 Jahren hat unser Kirchenkreis Schleswig-Flensburg enge Beziehungen zur Propstei Saarte – zur Propstei der Inseln ganz im Westen Estland.

Und tatsächlich wurde die Reisegruppe in Saaremaa begrüßt wie alte Freunde. Einladungen zum Kaffeetrinken hier und zum Abendbrot dort. Gemeinsam Gottesdienste feiern und singen. Und sogar ein gemeinsamer Besuch in einer typisch estnischen Sauna – für die, die mochten…

Propst Rene Reinsoo und Aive Bruhn, die lange in Angeln gewohnt hat, hatten ein volles Programm auf der Insel organisiert. Die mittelalterliche Bischofsburg in Kuressaare, der Inselhauptstadt, wurde besichtigt. Auf dem Wachholderhof in Leedri konnte man riechen und schmecken, was aus diesem für Saaremaa typischen Busch alles hergestellt werden kann. In Karala konnte über das Schafsparlament geschmunzelt werden.

Pastor Jöhnk war eingeladen worden, in den Gottesdiensten in Kihelkonna und Kärla zu predigen. Der Frauenchor der Kirchengemeinde Kärla zeigte den Besuchern, dass auch in der kleinsten estnischen Gemeinde die Chormusik gut und wichtig ist – und lud nach dem Gottesdienst zur Fischsuppe.

Aber auch die ungeplanten Momente waren schön. Pfifferlinge, Blau- und Preiselbeeren im Wald. Eine lebendige Quelle, aus der man klares Wasser schöpfen konnte. Und Abkürzungen, die nicht kürzer aber unterhaltsamer waren als der geplante Weg…

Zum Nachdenken brachte der Zustand vieler Dorfkirchen. Zwar hatten alle ein neues Dach. Für weitergehende Sanierung geschweige denn für Heizungen fehlt aber das Geld. Die Gemeinden sind zahlenmäßig sehr klein. Und trotzdem ist kirchliches Leben möglich. Auch die schwierige sicherheitspolitische Lage an der Ostgrenze Estlands gab häufiger zu denken. Umso wichtiger aber ist eine stabile Brücke der Freundschaft über die Ostsee hinweg.

All dies wird im Gedächtnis bleiben – vor allem aber die Herzlichkeit, die den Gästen aus Angeln entgegengebracht wurde. Besonders die Kirchengemeinde Kärla freut sich auf den nächsten Besuch aus der Kirchengemeinde Angeln-Süd. Und auch umgekehrt wurde die Kirchengemeinde Kärla nach Angeln-Süd eingeladen.

Auf ein Wiedersehen!