Zu den Baumfällaktionen im Kirchenwald Tolk und im Kirchenwald Kahleby

08.10.2026

Im September wurde im Kirchenwald Tolk eine größer angelegte Baumfällaktion durchgeführt, die einige im Dorf aufgeschreckt hat. Jonathan Schwerdtfeger, Förster bei der Forstbetriebsgemeinschaft, zu der wir gehören, hatte dem Kirchengemeinderat Angeln-Süd diese Maßnahmen vorgeschlagen. Im Nachhinein muss ich zugestehen, dass es gut gewesen wäre, die Bewohnerinnen und Bewohner von Tolk und Twedt/Grumby sowie von Kahleby vor dem Start der Aktion darüber zu informieren, was wir vorhaben. Nun bleibt mir leider nur, es im Nachhinein zu erläutern. Warum also fällen wir eine Reihe von hochgewachsenen gesunden Buchen, einige Eschen und sogar einige alte Eichen?

- Die Entnahme alter Bäume (generell die Entnahme von Bäumen) soll dazu führen, dass auch andere Bäume die Chance bekommen, sich zu entwickeln. Die Buchen, die z.B. in dem Bereich "rechts hinten" im Wald zur Entnahme gekennzeichnet wurden (in rot), sollen einzelnen Eichen, die nur etwa halb so schnell wachsen wie die Buchen, Platz und Licht zum Wachstum geben. Allgemein wird Wert darauf gelegt, dass der Wald mischungsreicher und klimaresilient(er) werden soll. Buchen setzen sich an vielen Stellen durch, wenn nicht aufgepasst wird. Und wir haben es in den letzten 20 oder 25 Jahren laufen lassen. 

Die auflaufende Naturverjüngung (junge Bäume) bekommt somit Licht zum Wachsen. Hierdurch verteilt sich der Altersklassendurchschnitt besser (Plenterwald).

Außerdem werden Ökonomie und Ökologie verbunden. Die Kirchengemeinde generiert Einnahmen, die auch wieder für die Waldentwicklung eingesetzt werden können. Wenn wir jetzt einige große und gut gewachsene Bäume entnehmen (v.a. Buchen, im Wald "links hinten" auch einige Eichen sowie Eschen, die krank sind), können diese zum Teil zu Möbelholz verarbeitet werden. Wenn man Bäume erst entnimmt, wenn sie vergehen, kann man meist nur noch Feuerholz daraus machen. Und die Möbelindustrie muss weniger Holz aus anderen Teilen der Welt importieren, wenn sie hier welches bekommt (Cluster Holzbau).

Wir haben sog. "Früheinschlag" vereinbart, damit die großen Fahrzeuge nicht so viel kaputtfahren, weil der Boden im Spätherbst und Winter so aufgeweicht ist. Dass es allerdings so viel regnen würde wie in den ersten Septemberwochen, haben wir nicht erwartet. Ich hoffe trotzdem, dass sich der Wegeschaden in Grenzen hält.

Vielleicht erscheinen nun die Maßnahmen in Tolk etwas nachvollziehbarer. Für die Lautstärke und das Durcheinander im Wald bitten wir um Verständnis!

Eine ähnliche Maßnahme ist im Kahlebyer Kirchenwald durchgeführt werden. Der Wald ist jedoch anders strukturiert und hat daher eine andere „Entnahmestrategie“ erfordert.

Viele Kronen sind in den Kirchenwäldern Tolk und Kahleby liegengeblieben; sie können voraussichtlich ab November von privaten Nutzern zu Feuerholz verarbeitet werden. Melden Sie sich bitte im Kirchenbüro Tolk, wenn Sie Interesse an Kronenholz von Buchen und Eschen haben! (Tel. 04622-2254).

„Der Preis liegt bei 25 bis 30 € pro Raummeter, je nachdem, wo das Holz gelagert ist an Selbstwerber ab;

die Kronen müssten selbst zerlegt werden. Für das Befahren der Wege und die Zuweisung der Kronen gibt es eine kleine Einweisung vom Förster.

 

Christoph Tischmeyer, für den Kirchengemeinderat bzw. den Pacht- und Forstausschuss