Deutsch-Dänischer Reformations-Gottesdienst zum 500. Jubiläum
31.10.2026
In guter Stimmung feierten der Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und die dänische Kirche in Sydslesvig am Reformationstag einen gemeinsamen deutsch-dänischen Gottesdienst.
Im Jahr 1526 hielt der Mönch Gerhard Slewart die erste reformatorische Predigt in Flensburg. Damit war die Reformation, die Martin Luther mit dem Anschlag der 95 Thesen 1517 eingeläutet hatte, in Flensburg angekommen.
Dieses Jubiläum haben der Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und die Dänische Kirche von Sydslesvig am Reformationstag (31.10.2026) mit einem gemeinsamen Gottesdienst in St. Nikolai zu Flensburg gefeiert.
Inhaltlich ging es um die vier Säulen des Evangelischen Glaubens „allein die Schrift“, „allein Christus“, „allein der Glaube“ und „allein die Gnade“, die Martin Luther entwickelt hat. Er habe, so Pröpstin Rebecca Lenz, einerseits eine komplexe Theologie entwickelt und sie andererseits durch diese vier Säulen vereinfacht.
Pastorin Wiebke Drömann predigte zum Aspekt „allein die Schrift“ (sola scriptura). Sie sagte, dass die Suche nach dem gnädigen Gott immer zur Bibel führen würde, wobei diese gleichzeitig auch Spielraum ließe, denn sie sei nicht buchstabengetreu zu lesen. Fragen und Zweifel hätten Raum zwischen den Zeilen.
Pastorin Mai-Britt Josephsen-Knudsen sprach im Anschluss zu „sola Christus“, also „allein Christus“. Christus sei der Einzige, der einen Menschen näher zu Gott bringen könne, so die dänische Pastorin. Dies bedeute auch, dass Christus genug sei – genug für alle, weil er all das, was der Gegenwart und der Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen im Wege stehe, auf sich genommen habe.
Stadtpastor Johannes Ahrens sprach im Anschluss über „sola fide“, „allein aus Glauben“. Auf einem Leben in Glauben und Vertrauen basiere alles, so der Stadtpastor - das Zusammenleben in der Partnerschaft, in der Politik, der Kultur, in der Wirtschaft und auch der Kirche.
„Allein aus Gnade“ (sola gratia) war das Thema von Pastor Finn Egeris Petersen. Er sagte: „In einer Zeit, in der wir auf verschiedenen Plattformen an unseren Leistungen gemessen werden, dürfen wir uns allein aus Gnade zueigen machen. Sie bedeutet, dass wir unverdient gerettet werden.“
Durch den Gottesdienst führten Pröpstin Rebecca Lenz und die Pröpstin der dänischen Kirche in Flensburg, Charlotte Thea Gade, gemeinsam. Kirchenmusikdirektor Michael Mages gestaltete den Gottesdienst gemeinsam mit Mitgliedern des St. Nikolai-Chores und der Kantorin Alma Evyapan musikalisch.
Die Schnacks bei Snacks in der Kirche nach dem Gottesdienst und das Verweilen der ca. 200 Gäste waren Ausdruck der guten und entspannten Atmosphäre des deutsch-dänischen Miteinanders, für das es viel Dank gab.