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Kleine Auszeit: "Beten auf dem Fußballplatz?"

19.06.2026

Kleine Auszeit von Pastorin Dorthe Kallasch-Raunig, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Flensburg-Mürwik

Sind Sie Fußball-WM-Fan? Ich ja! Das erste Fußball-WM-Spiel unserer Nationalmannschaft am letzten Sonntag gegen Curaçao (das kleinste Land, das je bei einer WM dabei war) hab ich sehr genossen; es war spannend zu sehen, wie alle Mitspieler nach und nach als Team zusammen agierten und schließlich auch hoch gewannen. Viele glücklich dreinblickende Gesichter in den Umfragen danach, und das Team aus Curaçao? Waren sie traurig? Ja, davon gehe ich mal aus, aber trotz allem feierten ihre Fans sie dabei: Schließlich hatten sie gegen das deutsche Favoritenteam ein Tor geschossen. Dann erklärte einer der Spieler: „Wir sind einfach nur dankbar, dass wir dabei sein können.“ Und dann geschah etwas: Zwei deutsche Spieler bildeten mit einigen Spielern aus Curaçao einen Kreis, standen eng zusammen und beteten miteinander. Als Fußballspieler seien sie Gegner, als Gläubige Brüder. Beten auf dem Fußballplatz? In der Berichterstattung war das noch Tage später Thema. Vermutlich sind wir nicht mehr gewöhnt sind zu sehen, dass jemand in der Öffentlichkeit betet und damit das Christentum ganz offensiv in den Mittelkreis – in die Sichtbarkeit - stellt. Ich bewundere das und frage mich: Wo machen wir das eigentlich in unserem Alltag? Haben wir Sorge, dass wir auf unseren Glauben, auf unsere Überzeugungen hin angesprochen werden? Oder dass ich in Schubladen gesteckt werde, in die ich nicht gehöre? Aber vielleicht ist das das Geheimnis: Sichtbar und ansprechbar zu sein, um genau auf diese Liebe Jesu zu uns Menschen mit Liebe reagieren zu können: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ob im Alltag oder auf dem Fußballplatz: Lassen Sie uns sichtbar sein!