Das Segelschulschiff Gorch Fock läuft aus (Foto: Claudia Köckert)

Kleine Auszeit: "Gottes sind Wogen und Wind..."

12.06.2026

Kleine Auszeit von Militärdekanin Claudia Köckert, Evangelisches Militärpfarramt Flensburg

„Gottes sind Wogen und Wind, Segel aber und Steuer, dass Ihr den Hafen gewinnt, sind Euer.“

Dieses Zitat stammt von Johann Kienau, auch bekannt als Gorch Fock. Er ist der Namensgeber unseres Segelschulschiffs. Seit 9. Juni liegt die Gorch Fock nun in Norfolk und beginnt die zweite Segelvorausbildung für die angehenden Offiziere der Marine. Gleichzeitig finden zahlreiche Veranstaltungen zu 250 Jahre Unabhängigkeit der USA statt. Zuvor legte das Schiff eine beachtliche Atlantiküberquerung von Cran Canaria aus zurück. Ich durfte das Schiff in Las Palmas begleiten und bin nun wieder mit an Bord.

Der Satz von Gorch Fock beschreibt sehr gut beide Seiten einer Seefahrt. Da ist ganz viel Geschick, Mut und Können gefragt. Aber manches lässt sich nicht üben und liegt nicht in unserer Hand. Wie der Wind weht, das kann man hoffen, aber wir Menschen können nicht darüber bestimmen. Zum Glück wehte der Passat so gut, dass die Gorch Fock sogar schneller als geplant die Überquerung schaffte und die meiste Zeit unter Vollzeug segeln konnte. Aber in Cran Canaria konnte das noch keiner wissen.

Dass unser Leben unvorhersehbar ist, das kennen wir alle. Das Wetter des Lebens weht uns mitunter hart ins Gesicht und ebenso kennen wir den Rückenwind, der uns über manche Unwägbarkeit trägt. Wir brauchen beides, unseren Mut und Fleiß, die Motivation und auch eine persönliche Widerstandskraft und genauso tut es uns gut zu wissen, dass wir nicht alles selbst in der Hand haben. Unser Gott begleitet und behütet uns auf allen unseren Wegen. Die Gewissheit, dass ich nicht alleine bin und auch in meinem unperfekten Leben von Gottes Liebe getragen bin, das macht mich frei. Ich kann, aber ich muss auch nicht alles aus mir selbst heraus und für mich selbst schaffen. Daran glaube ich ganz fest.