Kleine Auszeit: Heimat und Weite - oder "hier und dort"

17.07.2026

Matthias Lange, Pastor Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kappeln schreibt in der kleinen Auszeit über Bekanntes und Neues, über Geborgenheit und neue Horizonte sowie über die Heimat bei Gott.

Welcher Urlaubstyp sind Sie: Bleiben Sie zuhause oder fahren Sie weg? Ich weiß, für viele stellt sich diese Frage nicht. Weil sie sich eine Urlaubsreise nicht leisten können. Aber trotzdem: Schlafen Sie lieber im eigenen Bett? Besuchen Sie endlich mal die Ziele in der Nähe, für die man sich sonst keine Zeit nimmt? Oder geht es Ihnen wie einer Bekannten, die über Ihren Urlaub sagte „Hauptsache raus, Hauptsache weg!“

Ich mag beides: Das Bekannte und das Neue. Die vertrauten vier Wände, das tägliche Moin der Nachbarn, – das schafft Geborgenheit. Und zugleich weiß ich: Es gibt noch soviel Neues zu entdecken. Da ist viel mehr als mein kleiner Horizont.

In der Bibel ermutigt ein Brief zwei Menschengruppen, die herzlich wenig miteinander zu tun hatten: „Ihr seid nicht mehr Fremde; ihr habt gemeinsam Heimat gefunden bei Gott.“ Ja, wir brauchen Heimat. Einen Ort, der Geborgenheit vermittelt. Aber zugleich lebt die Neugierde auf neue Erfahrungen in uns, der Wunsch, auch im Fremden etwas zu entdecken. Für die Menschen der Bibel war ihre Heimat das Vertrauen auf Gott. Bei ihm wussten sie sich geborgen. Weil Gott unter allen Umständen zu uns steht. Weil er uns bedingungslos liebt. Weil wir bei Gott Heimat finden.

Diese Heimat trägt man im Herzen. Man kann sie überall hin mitnehmen. Wer sich von Gott angenommen weiß, der kann auch Neuem offen begegnen. Was wir nicht kennen, löst häufig Ängste aus. Die Heimat bei Gott kann uns helfen, uns nicht von der Angst vor dem Fremden und Unbekannten lähmen zu lassen. Wir können Menschen unbefangener begegnen – hier und dort.

Matthias Lange, Pastor Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kappeln