Foto: Johannes Ahrens

Kleine Auszeit: "Siehe ich mache alles neu…(Jahreslosung Offenbarung 21,5)"

02.01.2026

Kleine Auszeit von Propst Helgo Jacobs, Kappeln

Manchmal wünsche ich mir das genauso: dass am Jahresanfang alles neu wird. Dass alles Chaos unter einer weißen Decke verschwindet. (Vielleicht soll es deshalb in dieser Jahreszeit schneien.) Und es wäre einfach alles Leid zu Ende. Aller Kummer der Welt, alle Angst, alle Gewalt in Familien und zwischen Kulturen, die viel zu frühen Abschiede durch unheilbare Krankheit, die Ungerechtigkeit, der Hunger, die Kriege, der Hass, die Zerstörung der Zukunft dieser Welt. Alles scheinbar Unlösbare-  bedeckt und zu Ende…

Und dann- dem Himmel sei Dank- wird alles neu und ist endlich frei von allem Leid. Dann kommt die Erlösung ans Licht, die kalte weiße Decke bricht auf wie eine Schneedecke im Frühling. Das Leben darunter in all seiner Pracht und Fülle triumphiert. Endlich ist alles so, wie es sein soll, perfekt und Gott gewollt. Der Zeitpunkt, wann das genau geschieht, wurde oft vergeblich berechnet. Abwarten ist also keine gute Option. Hoffen schon. Deshalb hoffe ich mit den vielen Zeuginnen und Zeugen der kleinen Neuanfänge: den Müttern und Vätern, den Hebammen z.B. Auch all denen, die dem Leben helfen, für Essen sorgen oder sich handwerklich verdient machen und Wohnraum schaffen. Allen, die sich ums Wirtschaftsleben und die Natur kümmern, die sich in öffentliche Ämter wählen lassen, denen, die sich mit guten und neuen Ideen für Demokratie und Wissenschaft einsetzen, damit wir eine Wahl haben. Und allen, die sich um Sicherheit und  Verständigung kümmern, damit nicht der Hass gewinnt. Ihnen allen, den Alltagsheldinnen und Helden, die in Gesellschaft, Familie und Beruf an jedem Tag das Miteinander hochhalten und schon mal damit anfangen, dass es eine Zukunft gibt und alles neu und besser werden kann. Danke, dass Sie den Unterschied machen. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen ruhigen, hoffnungsvollen Start in das Jahr 2026 und positive Energie!