Kleine Auszeit: "Vertrauen"
16.01.2026
Kleine Auszeit von Henrike Koberg, Kirchengemeinde Haddeby
Das neue Jahr ist noch keine drei Wochen alt, aber die Nachrichten überschlagen sich schon wieder. Maduro, gestürzt von Trump, die erschossene Frau in Minneapolis, der Iran, der das Internet abstellt, damit niemand sehen kann, was dort passiert…
Die Nachrichten sind zu groß, zu laut, zu aggressiv, oder? So ein neues Jahr ist ja eigentlich hoffnungsvoll. Wie die Frühblüher, auf die wir warten. Zart und neu. — Denn es wäre doch so schön, oder? Wenn es im neuen Jahr einmal nicht so weiterginge, wie im alten? Wenn ein neues Jahr anders wäre, besser, gesegneter, als das vergangene? — Aber diese Hoffnung hat der eine oder andere im Angesicht der Nachrichtenlage vielleicht schon begraben. Die zarte Pflanze der Hoffnung ist schon erfroren, bevor sie sich entfalten konnte.
Das neue Jahr ist auch nicht anders, als das alte. Es geht einfach weiter. Nichts wird besser werden. Aber wer so denkt, der kennt unsere Schneeglöckchen nicht. Der weiß nicht, was Winterlinge aushalten. Der hat noch nie gesehen, wie Narzissen unter einer dicken Ladung Schnee fröhlich den Frühling einläuten. Schneeglöckchen wissen, dass der Frost nicht das letzte Wort hat. Und die Hoffnung weiß, dass die Gewalt nicht gewinnt.
Die Hoffnung ist ein Frühblüher. Eine Pflanze mit Rückgrat. Nicht groß, und prächtig, sondern zart. Aber definitiv nicht schwach.
Eine der schönsten Aussagen Gottes in der Bibel, finde ich, ist die her: Ich will euch Zukunft geben, und Hoffnung!“
Die Zukunft ist nicht dunkel. Nicht leer. Nicht tot. Sie ist voller Hoffnung. Dinge werden sich ändern. Also lasst uns das neue Jahr angehen, wie die Schneeglöckchen. Nicht jetzt schon resignieren, sondern der Kälte der Nachrichten die Schönheit unseres Vertrauens entgegensetzen.