Trägerwechsel bei der Diako: Kirchenkreis legt Hilfsfonds für Frauen in Not auf

13.01.2026

Aus aktuellem Anlass hat der Kirchenkreis heute (13.1.2026) einen Hilfsfond eingerichtet für Frauen, die in finanzielle Not kommen, wenn es ab 1.3.2026 in Flensburg keine stationären Schwangerschaftsabbrüche mehr möglich sind.

Wenn die Malteser zum 1.3.2026 die Trägerschaft des Diako Krankenhauses in Flensburg übernehmen, haben Frauen ab diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit mehr, in Flensburg stationär einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen. Für Frauen, die dadurch in Not geraten, richtet der Ev.-Luth. Kirchenkreis einen Hilfsfond ein, der beim Diakonischen Werk geführt wird.

Diakoniepastorin Birgit Lunde sagt: „Im Arbeitskreis Schwangerschaftsabbruch suchen wir schon seit geraumer Zeit nach Lösungen, wie stationäre Schwangerschaftsabbrüche ortsnah ermöglicht werden können. Noch gibt es keine und umso tragischer ist es, dass die Versorgung in Flensburg plötzlich und überraschend in sechs Wochen endet.“

Immer wieder gebe es Gründe, warum Frauen sich für einen stationären Abbruch entscheiden oder darauf angewiesen sind. Wenn dieser nicht ortsnah möglich ist, entstehen Kosten, die manche Frau nicht aufbringen kann – zum Beispiel für Fahrten, für Übernachtungen oder für die Betreuung der Kinder zuhause. Was jede einzelne Frau genau brauche, sei individuell sehr verschieden. Zusätzlich zur Beratung und Seelsorge seien in manchen Fällen jetzt dann auch finanzielle Hilfen nötig, so Lunde.

Der Fond bietet vorübergehend schnelle finanzielle Hilfe. Geführt wird der Fond im Diakonischen Werk. Frauen können über ihre Beraterinnen bei der Schwangerschaftskonfliktberatung schnell und unbürokratisch Mittel beantragen.

Mittel- und langfristig sieht Lunde die Politik in der Pflicht, eine Lösung zu finden. „Aber für die Übergangszeit dürfen wir die Betroffenen jetzt so kurzfristig nicht im Regen stehen lassen. Sie brauchen ein Netz, das sie auffängt. Der Fond ist ein Beitrag dazu“, so Lunde.