Ereignisse in der Kirchengemeinde Grundhof 1901 - 1950

 

 

1901     
Die verstorbenen Eheleute Johann und Margaretha Hinrichsen aus Husbyholz  haben zugunsten ihrer Heimatgemeinde Grundhof ein Legat von 5.000 M. vermacht, welches durch den Kirchenvorstand verwaltet werden soll.  Die Zinsen sollen für „verschämte Arme“,. für die Heidenmission, für weibliche Dienstboten  und anderes verwendet werden. 
Für die Kirche werden neue Fenstervorhänge angeschafft, auf dem Friedhof  werden zwei Toiletten eingerichtet

 

1902     
Infolge einer Eingabe fast aller Frauen der Gemeinde wurde die alte Sitte der Einsegnung der Sechswöcherinnen am Eingang der Kirchentür beseitigt, weil der Kirchenvorstand das erhobenen Bedenken bezügliche der Gesundheitsgefahr für manche Frauen namentlich im kalten Winter anerkennen musste. An ihre Stelle tritt ein Gebet für die Sechswöcherinnen beim ersten Kirchgang angeordnet.

 

1905     
Zum 25. Dienstjubiläum von Pastor Weiland schenkt ihm die Kirchengemeinde ein Abendmahlsbesteck und eine Weinkanne. Die Geräte wurden ursprünglich für die Feier von Krankenabendmahl gedacht, werden aber inzwischen im Gottesdienst verwendet.

 

1906     
Frauen des Kirchspiels sammeln Geld für neue Paramente an Altar und Kanzel. Sie sollen in der Werkstatt der Diako gewebt werden.

 

1907     
Die Kirchengemeinde Grundhof gründet zusammen mit der Kirchengemeinde Munkbrarup eine  Diakonissenstation in Langballig für eine kirchlich organisierte Krankenpflege. Die Grundhofer „Kommission für kirchliche Krankenpflege“ errichtet dafür ein Haus in Langballig. 
In der Kirche wird ein Teppich verlegt.

 

1908     
Die Arbeit in der neu errichteten Diakoniestation in Langballig beginnt, auch unter Mitwirkung der Diakonissenanstalt in Flensburg

 

1910     
Pastor Georg Adolf Weiland geht in Ruhestand.
Sein Nachfolger wird Georg Theodor Geil. Er wurde 1866  in Dithmarschen geboren. Bevor er nach Grundhof kam war er Pastor in Vollerwieck und Langenhorn.

 

1911     
Der Kirchenvorstand wird Mitglied des Vereins gegen den Missbrauch geistiger Getränke.
Zwischen 1911 – 1928 wird das „Gemeindeblatt für das Kirchspiel Grundhof“ herausgegeben. 
Der Grundhofer Turnverein (TVG) wird gegründet. Pastor Geil hat den Verein in den Gründungsjahren stark unterstützt. 
Die Freiwillige Feuerwehr Westerholz wird gegründet. 
Die Grundhofer Maria wird dem Flensburger Museum zur Aufbewahrung übergeben.

 

1912     
Pastor Ernst Christian August Kähler geht in Ruhestand. Er wurde 1841 in Schonberg geboren. Bevor er nach Grundhof kam, war er Pastor in St. Michaelisdonn und Schenefeld.  Die Kirchengemeinde schenkt Pastor Kähler zum Abschied das Bild des Langballiger Kunstmalers Eduard Remmer. „Der Grundhofer Kirchgang“. Später fertigte Eduard Remmer weitere Versionen des Bildes an und verkauft auch viele Postkarten mit einer Fotografie des Gemäldes. Aufgrund der guten Erfahrungen wurde 2012 das Foto-Atelier Remmer gegründet.         
Nachfolger von Pastor Kähler wird Pastor Heinrich Friedrich Meyer. Er wurde 1864 in Kiel geboren. Bevor er nach Grundhof kam, war er Pastor in Grube und Hattstedt.  Allerdings hatte die Gemeinde energisch Einspruch erhoben und vergeblich die Ernennung des Kompastors Geil zum Hauptpastor gefordert.

 

1913     
Hans Eckeberg wird Totengräber und Glockenläuter. Der bisherige Inhaber des Amtes war Heinrich Feller, der
Nachfolger seines  im Jan.  1913 verstorbenen Vaters geworden war, aber ebenfalls am 13. Aug. 1913 starb.

 

1914-1918
Erster Weltkrieg. 87 Männer aus dem Kirchspiel verlieren als Soldaten ihr Leben

 

1914     
Pastor Geil beendet seinen Dienst in Grundhof und geht nach Wedel.  Sein Nachfolger wird Friedrich Wilhelm Schmidtpott. Er wurde 1871 in Heidrege bei Uetersen geboren. Bevor er nach Grundhof kam, war er Pastor in Fahretoft.
Der Friedhof wird vergrößert. Ursprünglich umschloss die Friedhofsmauer den Friedhof im Quadrat. Bei den Friedhofserweiterungen 1868, 1914 und 1920, riss man die Nordseite der Mauer ab und verlängerte die Mauer auf der Westseite.

 

1917     
Die große Glocke wird für Kriegszwecke beschlagnahmt und eingeschmolzen. 
Der Lehrer und Organist August Nissen bricht während eines Gottesdienstes auf der Orgelbank zusammen und stirbt.

 

1018     
Herrmann Hadenfeldt, Lehrer in Grundhof wird Küster und Organist.

 

1919     
Der in Langballig verstorbene Hans Björnsen hat der Kirchengemeinde Grundhof ein Kapital von 10.000 M. vermacht, das als „Zwillingsbrüder Björnsen-Stiftung“ vom Kirchenvorstand verwaltet werden soll. Die Zinsen sollen zur Unterstützung edürftiger Witwen  und hilfebedürftiger Familien verwendet werden. 
Kirche und Pastorat bekommen elektrisches Licht.
Die sogenannten „niederen Küsterdienste“ werden von der Organistenstelle abgelöst und einem neu angestellten Kirchendiener übertragen. Sein Name ist Heinrich Kaysen

 

1920     
Der Friedhof wird nach Norden erweitert. 

 

1921.    
Die einzig noch verbliebene kleine, Glocke bekommt einen Sprung und kann nicht mehr geläutet werden.

 

1922     
Das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges wird fertig gestellt. 
Am selben Tag werden auch drei neue Eisenglocken geweiht, die mitten in der Inflationszeit angeschafft wurden.

 

1924     
Der Kirchenvorstand beschließt, dass zukünftig auch Selbstmörder kirchlich beerdigt werden sollen. 
Es gibt Auseinandersetzungen mit einer Gruppe „ernsten Bibelforschern“, die sich regelmäßig in Grundhof-Krug versammeln.

 

1925     
Weil das Niederknien bei der Beichte und beim Gebet nach dem Abendmahl wegen der Enge der Kirchenbänke schwierig ist und es dadurch zu Störung der Andacht kommt, soll es künftig unterbleiben. Es wird empfohlen sich nicht niederzuknien, sondern aufzustehen. Das Niederknien  beim Empfang des heiligen  Sakramentes  aber wird  beibehalten.

 

1928     
Die Pastoren sollen künftig bei Beerdigungen mit einem geschlossenen Auto gefahren werden. Die Kosten dafür trägt die Kirche.

 

1929     
Zum zehnjährigen Gedenktag des „Friedens von Versailles“ erscholl vom Kirchturm ein Trauergeläut.

 

1930     
Einführung eines neuen Gesangbuches. Die Kirchengemeinde erwirbt fünfzig Gesangbücher, die als Eigentum der Kirche im Gotteshaus ausgelegt werden sollen.

 

1931     
Die Kirchenzeitung „Glaube und Heimat“ wird zwischen 1931-1935 mit einem Regionalteil der Kirchengemeinde Grundhof herausgegeben.

 

1932     
Pastor Meyer geht in Ruhestand. Sein Nachfolger wird Pastor Carl Hinrich Postel. Er wurde 1893 in Friedrichskoog geboren und studierte in Marburg und Kiel. Als Student war er Frontkämpfer von 1914-1918. Bevor er nach Grundhof kam war er Pastor in Hemme. 
Herrmann Hadenfeldt beendet seinen Dienst als Organist. Sein Nachfolger wird Karsten Hansen, ebenfalls Lehrer in Grundhof.

 

1933     
Am 1. Mai 1933 wurde in der Kirche die nationale Erhebung durch den „Tag der nationalen Arbeit“ gefeiert. Im sehr vollen Gottesdienst herrschte zum ersten Mal das Braunhemd vor. 
Der Amtsvorsteher Peter Lassen legt sein Amt nach 44 Dienstjahren nieder. Zum Abschied schenkt er der Kirche einen neuen Kronleuchter 
Peter Nissen aus Osterholz, wird „Kirchendiener“ und tritt die Nachfolge von Heinrich Kaysen an.

 

1934     
Die Straße von Husbyries nach Streichmühle wird neu gebaut. Hierfür mussten die Linden auf  dem „Hohen Stieg“ beseitigt werden und auch die Friedenseiche von 1870/71. Von der Scheune des Kompastorats wurde die Nordwand um 4 m eingezogen zur Sichtverbesserung für den Straßenverkehr. Das Strohdach wurde durch ein rotes Pfannendach ersetzt.

 

1936     
Pastor Schmidtpott geht in Ruhestand.  Es gibt zunächst keinen Nachfolger.

 

 

1939     
Beginn des  2. Weltkrieges.  176 Männer aus dem Kirchspiel verlieren während des gesamten Krieges als Soldaten ihr Leben.

 

1940     
Die zweite Pastorenstelle ist zwischen 1937-1944 unbesetzt.  Gleichzeitig wird Pastor Postel in den Jahren 1940-1944 als Offizier zum Kriegsdienst eingezogen.  Die Vertretung übernahm Propst Berthau aus Husby und Pastor Strunk aus Munkbrarup

 

1941     
Ein zweijähriger Konfirmandenunterricht wird eingeführt.  Allerdings können die Termine kaum von den Pastoren  bewältigt werden. Jungen und Mädchen werden getrennt unterrichtet.  Viele Kinder kommen unregelmäßig. Zum einen, weil sie in der Landwirtschaft helfen müssen. Zum anderen, wegen der großen Entfernungen und dem immer schlechter werdenden Material zum Radfahren. 

 

1945     
Nach Kriegsende war die Gemeinde angefüllt mit Flüchtlingen.  Das Dorf Grundhof mit seinen gut 200 Einwohnern beherbergte 300 Flüchtlinge und 400 Soldaten. 
Fritz Rutzen wird Pastor in Grundhof. Er wurde 1893 in Belgrad in Pommern geboren. Da er selber Flüchtling war, wurde er hier als „Flüchtlingspastor“ eingesetzt. 
Gründung der Ev. Frauenhilfe
In der Grundhofer Kirche werden alle zwei Wochen am Sonntag katholische Gottesdienste gefeiert. Trotz          Trotz der sehr engen Kirchenbänken wird versucht das in der katholischen Kirche übliche knien beizubehalten.   Die katholischen Gottesdienste fanden in Grundhof bis in die 50er Jahre statt. 


1946     
In der Gemeinde gibt es mehr Flüchtlinge als Einheimische. Die Spannungen zwischen ihnen nehmen zu.

 

1948     
Saatkrähen bevölkern die Linden auf dem Kirchenvorplatz mit ihren Nestern. Sie werden mit einer Feuerspritze vertrieben. Sie flüchten an den südlichen Dorfeingang und bauen dort eine Kolonie mit 200 Horsten.

 

1949     
Erstmals wird ein Schulanfänger-Gottesdienst  gefeiert.
Pastor Fritz Rutzen. Stirbt im Alter von 56 Jahren.

 

1950     
Dr. theol. Siegfried Hansen wird Pastor in Grundhof. Er wurde 1915 in Sonderburg geboren. Bevor er nach Grundhof kam war er Pastor in Wesselburen.

 

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Pastor Friedrich Wilhelm Schmidtpott

Pastor Carl Postel

 

 

 Grundhofer Kirchengeschichte

Grundhofer Kirchengeschichte vor 1800 

Grundhofer Kirchengeschichte zwischen 1801 und 1900 

Grundhofer Kirchengeschichte zwischen 1901 und 1950

Grundhofer Kirchengeschichte zwischen 1951 und 2000

Grundhofer Kirchengeschichte  ab dem Jahr 2001