In Gemeinschaft lernen – die Zukunft gestalten: Kirchenkreis hatte Besuch aus Tansania

03.07.2026

Im Juni waren acht Frauen aus Tansania zu Gast im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg - mit umfangreichem Besichtigungsprogramm, viel Austausch und inspirierenden Gottesdiensten.

Vom 9.-22. Juni 2026 waren acht Frauen aus Tansania zu Gast bei ihren Gastgeberinnen aus drei verschiedenen Partnerschaftsgruppen im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg. Die Beziehungen zu den kirchlichen Einrichtungen rund um den Kilimanjaro, dem höchsten Berg Afrikas, bestehen schon seit über zwanzig Jahren. Besuche in beide Richtungen halten diese Partnerschaften lebendig. Neu war, dass es nun eine gemeinsame Frauendelegation von drei Partnerschaften gab: dem Angaza Women Centre in Sanya Juu, dem Vocational Trainings Centre Ngaruma (beides berufsbildende Schulen) und der WAMAHU-Gruppe aus Mwika, eine ehrenamtliche Initiative für soziale Arbeit in ihrer Region östlich vom Kilimanjaro. Neu war dadurch auch die gemeinsame Planung und Begleitung der Besuchsgruppe durch die ehrenamtlichen Mitglieder der drei Partnerschaftsgruppen begleitet von Pastorin Silke Nicoline Hansen (Ökumenische Arbeitsstelle) und Claudia Niklas-Reeps (Frauenwerk).

Gemeinsames Lernen vor Ort: Einblicke in Kita, Schule, Sozialstation und Landwirtschaft 

Es waren intensive und erfüllte vierzehn Tage mit einem vielfältigen Besuchsprogramm, das auch auf die zum Teil unterschiedlichen Interessen und Praxisfelder der tansanischen Frauen zugeschnitten war. Es wurden u.a. Bildungseinrichtungen besucht (die Außenstelle Kappeln des BBZ Schleswig, die Grundschule Langballig mit ihrem Montessori-Unterrichtskonzept, die heilpädagogische Tagesstätte in Süderbrarup, der ev. Kindergarten Engelsby in Flensburg, das Naturklassenzimmer des Arche-Hofs Johannsen in Handewitt u.a.m.), die Tagesbetreuung der Sozialstation Gelting und ein landwirtschaftlicher Milchviehbetrieb besichtigt. Es gab auch gemeinsame Workshops (einen interkulturellen Bibliolog, die Teilnahme an der Frauenfachttagung des Frauenwerks der Nordkirche zum Thema „Vielfalt wächst – Klimabewusstsein erden“ und einen Workshop zum energiesparenden Kochen im Kochkorb). Und natürlich haben wir auch Gottesdienste gefeiert: an dem einen Sonntag haben sich die tansanischen Gäste gemäß ihrer partnerschaftlichen Anbindung aufgeteilt. Am Ende der zweiten Besuchswoche gab es einen gemeinsamen Abschlussgottesdienst in Neukirchen mit anschließendem Partnerschaftsfest in auf dem Kirchberg in Neukirchen.

Sowohl Gäste als auch Gastgeberinnen sind neu inspiriert

Bei der Auswertung vor ihrer Abreise betonten die tansanischen Frauen, mit wie vielen bereichernden Eindrücken und Erfahrungen sie nach Hause kehren. Genauso inspiriert fühlten sich die deutschen Gastgeberinnen. Der Wert solcher Begegnungen ist hoch und weitreichend. Es ist im Laufe der zwei Wochen eine starke Beziehung untereinander entstanden, die wir weiter pflegen wollen. Eine Beziehung, die die Unterschiede der kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen unter denen wir jeweils leben nicht leugnet, sondern die von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Es wurde auch deutlich, dass wir in sehr vielen Bereichen mit denselben oder zumindest ähnlichen Problemen konfrontiert sind (u.a. Folgen des Klimawandels, Nachwuchsprobleme in den Kirchengemeinden, Veränderungen durch KI). Und es wurden Perspektiven eröffnet, was hier wie dort bewahrt werden soll oder verbessert werden kann, um die Zukunft positiv zu gestalten. Im Vordergrund stand immer das gemeinsame Lernen und Verstehen. Genau darin liegt die Stärke und der Segen von ökumenischer Partnerschaft und ihre Relevanz in einer von vielfältigen Krisen bedrohten Welt.

von Silke Nicoline Hansen, Oekumenebeauftragte