Quelle: Chatty

Kleine Auszeit: "Das Einzige, was mächtiger ist"

13.02.2026

Kleine Auszeit von Lena Modrow aus dem Social-Media-Team des Kirchenkreises

Rosa Gummiherzchen, verliebte Bärchen, herzförmige Pralinenschachteln: Wer in diesen Tagen durch die Geschäfte schlendert, ertrinkt fast in pinkrosa Symbolik und denkt nicht selten: "Kitsch, komm raus, du bist umzingelt!" Früher kannte man den - man möchte fast sagen - "Valentinstagswahn" doch nur aus dem Blumenladen. Oder aus amerikanischen Filmen. Oder aus dem Englisch-Unterricht in der Schule. "Roses are red, Pizza Sauce is too, I ordered a large, and fine, I'll share it with you." (Rosen sind rot, so auch Pizzasoße, ich habe eine große bestellt, schön, lass sie uns teilen.)

Auch wenn der Valentinstag zwischen Herzbadekugeln und Herzchenansteckern scheinbar vor allem den Einzelhändlern rosige Gefühle beschert, kann man daran erinnern: Der Tag geht auf den Heiligen Valentinus zurück – auch wenn man sich nicht ganz sicher ist, welcher der Valentinus-Heiligen gemeint ist – doch die Botschaft ist ganz klar: Es ist ein Fest der Liebe. Nicht nur zwischen Paaren. Auch zwischen Familienmitgliedern und allen weiteren Personen, die man mag, und denen man längst etwas Freundliches mitteilen wollte. Oder vielleicht mehr als das, etwas wirklich Starkes.
Während die Geschäfte uns mit rosa Plastik überschütten, zeigte sich der wahre Geist des Valentinstags ausgerechnet dort, wo man ihn kaum vermutet hätte: bei der Halbzeit-Show des gerade ausgetragenen Super Bowls – das kommerziellste Sport-Event der Welt. Nein, ich verstehe das Spiel nicht und ich habe es auch nicht mitten in der Nacht gesehen – doch die Show, die später noch durch die Medien zog, geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Da war die echte Valentinsbotschaft statt Herzchen-Kitsch – und das auf ganz großer Bühne.

Ein Puerto-Ricaner namens "Bad Bunny" - kein verfrühter Osterwitz! - der aktuell meist gestreamte Künstler der Welt, hat diesen Auftritt als große Leinwand benutzt - und das kam dem einen oder der anderen nicht nur aufgrund des Gesangs in seiner Landessprache irgendwie Spanisch vor. Dabei war alles ganz klar: Inmitten nicht zu ignorierender gesellschaftlicher Gräben, Anfeindungen und Machtmissbrauch wurde hier ein großes Fest gefeiert. Ohne Sticheleien gegen andere, sondern für etwas: für Vielfalt, für  Völkerverständigung - mit Tanz, einer Live-Hochzeit und einer großen, universellen Botschaft am Ende, unüberlesbar für alle: "Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe." Dass das in dieser Zeit in den USA noch möglich ist, ist ein Hoffnungszeichen, das großflächig auf die Grußkarten gedruckt werden sollte.

Der Valentinstagsspruch (mit Herzumrandung!) dazu könnte sich vielleicht so lesen:

Roses are red,
canvas is wide,
art speaks the truths
that power would hide.

(Rosen sind rot,
die Leinwand ist weit,
Kunst spricht die Wahrheiten,
die Macht gern verschweigt.)


In diesem Sinne: Happy Valentines Day mit viel Liebe Ihnen allen!