Kleine Auszeit Wind unterm Kite

11.07.2026

Pastorin Sabrina Biehl aus der Kirchengemeinde Munkbrarup schreibt über die Heilige Geistkraft, ihre Sichtbarkeit und Vertrauen.

Es ist warm, es ist windig – ideale Bedingungen zum Windsurfen oder Kiten. Meine Kinder und ich gucken für unser Leben gern zu und können Stunden damit zubringen. Und zwar unabhängig davon, wie kunstvoll die Menschen hinter oder unter den Segeln sich anstellen. Wir beobachten Sprünge und Flüge, aber auch Bruchlandungen und erste Versuche mit fast gleicher Begeisterung. Beim Kiten zuzugucken ist fast sowas wie eine Schule des Lebens: Man braucht Kraft, eine gute Technik und die richtige Einstellung. Aber vor allem: Vertrauen. Das, was die Segel letztlich in Bewegung versetzt, ist unsichtbar: Luft. Der Wind ist allein nicht zu sehen, aber zeigt sich dem menschlichen Auge, sobald er die Kites aufbauscht, nach oben zieht und dem Menschen darunter atemberaubende Geschwindigkeit und sogar riesige Sprünge ermöglicht.

Ungefähr so stelle ich mir die Heilige Geistkraft vor. Nichts, das man sehen, anfassen oder gar beherrschen könnte. Aber sichtbar wird sie dort, wo etwas in Bewegung gerät. So wie der Wind unter den Kite fährt und in die Lüfte hebt, so wirbelt die Heilige Geistkraft, wenn Menschen zusammenkommen, und auf einmal passiert es, dass Augen leuchten, Ideen sprudeln, Herzen in Freude schlagen – und aus Einzelnen ein Zusammen wird: Bei einem Konzert kann das so sein mit vielen Menschen, bei einem tiefen Gespräch zwischen zweien – oder eben beim Kiten. Echte Be-Geist-erung eben.

Leichtigkeit und Wind unter den Segeln, der Sie ein Stück trägt oder einen ungeahnten Sprung ermöglicht – das wünsche ich Ihnen für diesen Sommer.

Pastorin Sabrina Biehl