NACHdenken und VORlesen

auf dieser Seite veröffentlichen wir in unregelmäßiger Abfolge Texte und Bilder zum Vorlesen, Nachdenken oder Meditieren.

 

 

Trinitatis - ein neuer Festkreis beginnt

Den Sonntag Trinitatis schmückt die Farbe weiß. Weiß ist die Farbe der Reinheit und des Lichtes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, der eine Gott in drei Personen – viele tun sich damit schwer. Drei in einem – wie soll das gehen?

Am Sonntag Trinitatis feiern Christen das Fest der Dreieinigkeit Gottes – einer theologischen Idee, die schwierig ist und doch viel über das Wesen Gottes aussagt. Gott ist umfassender, als ein Mensch begreifen kann. Aber er lässt sich auf eine Geschichte mit den Menschen ein und offenbart ihnen mit der Zeit immer mehr von sich: Als Vater erwählt sich Gott ein Volk, als Sohn kommt er allen Menschen zum Heil. Schließlich bezieht Gott in jedem einzelnen Wohnung: als Begeisterung, als Tröster und als Liebeskraft. Gott ist reine Beziehung. Niemand ist von seiner Gegenwart ausgeschlossen. Gott kann und will nicht für sich sein. Ein Ausdruck dafür ist seine Dreieinigkeit.

Sehr schön ist die Dreigestalt Gottes auf unserem Altar abgebildet. Vielleicht wirkt sie ein wenig naiv in ihrer Darstellung. Aber sie ist ausdrucksstark und drückt die Zeit aus, in der die Bilder gemalt wurden. So wird der Altar eingerahmt: unten mit den Einsetzungsworten zum Abendmahl und nach oben mit der Darstellung von Gottes Wesen. (Bild)

 

Geschichten aus der Bibel in unserer Kirche

Da wir im Moment so gut wie garnicht in unsere schöne Kirche hinein können, werden hier in loser Abfolge Bilder aus der Kirche mit einem kleinen Text dazu erscheinen.

Anfangen möchte ich mit der Kreuzigungsgruppe

Sie ist Anfang des 16. Jhd. aus Eiche geschnitzt worden. An den Enden die Evangelistensymbole (Adler, Engel, Stier und Löwe). Darunter die Figuren der betenden Maria und des weinenden Johannes. Sie sind ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert, sind aber nicht im zusammenhang mit dem Kreuz erstellt worden.

 

 

Monatslieder

Die Monatslieder haben eine neue Seite bekommen: --> Monatslied

 

 

 

Jahreslosung 2021

Jesus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Lukas 6,36

 

in der Zeit zwischen den Jahren erzählen wir uns Legenden und Märchen. Sie handeln davon: wenn der Mensch dem Menschen ein Freund oder eine Freundin ist, wird die Welt von ihrem Leid geheilt.

In dem bekannten Märchen Sterntaler verschenkt ein Waisenkind alles was es hat, um die Not der andern zu lindern. Als es bloß da steht, wird es mit einem Kleid aus Sternen, die vom Himmel fallen beschenkt.

George Bailey ermöglicht es, den nicht so wohlhabenden Menschen ein gutes Zuhause zu bieten. So erzählt es der Weihnachtsfilm „Ein schönes Leben“ von Frank Capra. Damit sorgt er gleichzeitig dafür, dass der geizige und schwerreiche Mr. Potter nicht die ganze Stadt besitzt. George Bailey hat ein großes Herz für die anderen Menschen. Deren Wohl ist ihm wichtiger als der eigene Profit. Ihm geht die Not der Menschen, die von Mr. Potter finanziell ausgenommen werden ans Herz. Der junge Mann und Familienvater handelt uneigennützig. Als er selbst in große Not gerät, spürt er am eigenen Leib die Barmherzigkeit der anderen.

Aber das Jesus Wort von der Barmherzigkeit ist nicht nur in alten Spielfilmen, Märchen und Mythen aufgehoben.

Dass Menschen sich erbarmen lassen von der Not der Mitmenschen, die ihnen zu Herzen geht, finden wir  auch in der Gegenwart. Am 29.September 2020 taucht in der Redaktion der Braunschweiger Zeitung ein Mann mit einer kunstvoll bemalten Papiertüte voller Geld auf. 20.000 € als Spende für die Braunschweiger Tafel. Der Mann möchte anonym bleiben. Er will keine Spendenquittung, keinen Dank. Allein zu helfen ist sein Ansinnen. Denn er weiß, durch die Corona Pandemie sind auch die Armen in großer Not. 

Die Aufforderung Jesu zur Barmherzigkeit trifft also immer wieder unser Herz und unsere Vernunft. Menschen begreifen immer wieder neu, barmherzig ist, wer einem anderen hilft. Wer das Leben höher einschätzt als den eigenen Nutzen, die eigene Sattheit und Bequemlichkeit, zumindest für einen Moment, der und die spürt, wie sich das eigene Herz öffnet: Ein solcher Mensch begegnet den anderen mit Mitgefühl.

Es ist eher schwierig, kein Mitgefühl zu haben.

Dies belegen die Forschungen von Alfred Wallace und Charles Darwin zur Evolutionstheorie. Dabei ist den Evolutionsbiologen aufgefallen, dass der Mensch nicht allein zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, sondern dass er seine Triebe und seinen Egoismus kontrollieren kann. Der Mensch, so fanden Wallace und Darwin heraus, ist zu großer Selbstlosigkeit, also Barmherzigkeit, fähig. Ja, es hat sich geradezu gezeigt, dass die Barmherzigkeit der Menschen ihr Überleben bislang gesichert hat. Nicht allein das Recht des Stärkeren und der Egoismus sondern auch die Barmherzigkeit und der Sinn für das Wohlergehen der Gemeinschaft liegen uns Menschen im Blut. Alfred Wallace kann sich diese Tatsache nicht biologisch erklären. Vielmehr kommt er zu dem Schluss: „ Ob man es Gott nennen will, oder göttlichen Geist - Eben das, was hinter den Dingen ist.“

Die Jahreslosung drückt also eine Selbstverständlichkeit aus. Seid 2021 barmherzig, denn das ist die einfachste der Übungen, kinder - und `gottleicht´.

 

Herzliche Segensgrüße für das Jahr 2021

 

Pastorin Anja Kapust